Ein Auszug aus unserer Geschichte

Für die Bezeichnung des Ortsnamens Töpeln ist das sorbische Eigenschaftswort teply - warm maßgeblich. Zum Vergleich sei auf die in der verwandten tschechischen Sprache vorhandenen Bezeichnungen Teplice (Thermalbad), Tepla (Flüsschen, das durch Karlsbad fließt) und Tepl (Kloster in Westböhmen) hingewiesen.

Die frühere Schreibweise von Töpeln ist seit der späten Ersterwähnung im Jahre 1304: Tepil, Tepel, Thepil, Tepele, Toppil, Tepyle, Tepeln, 1764 Töpeln. Nachgewiesen konnte dies durch die Verkaufsurkunde, aus der hervorgeht, dass Tunzold v. Kaufungen den Ort an das Kloster Buch verkaufte. Die Urkunde ist im Sächs. Staatsarchiv Dresden hinterlegt. Eine Kopie davon kann in unserer histor. Ausstellung besichtigt werden. Der Ortsname hat sogar einem kleinen Landschaftsareal seinen Namen gegeben, dem Töpelwinkel.

Wie auch an anderen Stellen ihres über 120 Kilometer langen Laufes musste die Zschopau hier ein sehr hartes, widerständiges Gestein überwinden, ein Ost-West streichendes Serizitgneisband. Der Fluss bildete dabei eine weit nach Westen ausholende Schlinge, dessen Höhe vom Pfaffenberg gebildet wird. Hier wurde das harte Gestein in drei Steinbrüchen abgebaut. Töpeln liegt bekanntlich in der Nähe des Zusammenflusses von Zschopau und Freiberger Mulde und ist weniger rauen Winden ausgesetzt als die Dörfer auf der nahen Hochfläche (zutreffend also teply -warm)

Mit seinem Ortsteil Pischwitz und dem bereits 1921 eingemeindeten Wöllsdorf zählte Töpeln nach dem Zweiten Weltkrieg mit den Umsiedlern aus den ehemals deutschen Ostgebieten über 550 Einwohner. In alten Zeiten gehörte der Ort zum Zisterzienserkloster Buch, nach der Reformation im 16. Jahrhundert zum Kurfürstlichen Amt Leisnig, von 1856 bis 1875 zum Gerichtsamt Hartha und seither zur Amtshauptmannschaft Döbeln, heute Landkreis. Als der unten abgebildete Siegelabdruck entstand, unterzeichnete der Gerichtsschöppe Christian Thierbach die Aufstellung der 14 Gutsbesitzer. Er erwähnte im Schreiben: „Der Boden ist allhier sandigt und steinigt und werden die Getreyde-Früchte öffters durch den bey unsern Dorffe vorbey lauffenden Mulden- und Zschopen Strohm mit Überschwemmung fast ganz ruiniert, so daß manches Jahr nicht soviel erbauet wird, als man zur Brödung nötig hat" (Brödung = Ernährung).
Heute leben ca. 90 Einwohner in Töpeln.
Es gibt drei Wasserkraftwerke, eine immer einsatzbereite Feuerwehr und eine Bibliothek.